Putzmittel kindersicher aufbewahren: So geht es
Der Schrank unter der Spüle ist eines der beliebtesten Verstecke in der Wohnung, und leider liegt er genau auf Augenhöhe eines krabbelnden Kindes. Alltägliche Dinge wie Chlorreiniger, Spülmaschinentabs, Waschmittelkapseln und Abflussreiniger können die Haut verätzen, die Augen schädigen und schwere Schäden anrichten, wenn sie verschluckt werden. Ein paar Änderungen daran, wo und wie du sie aufbewahrst, beseitigen den größten Teil der Gefahr, und deine Wohnung bleibt genauso sauber.
Welche Mittel am gefährlichsten sind
Nicht alle Putzmittel sind gleich gefährlich, und wer die schlimmsten kennt, kann sich darauf konzentrieren. Flüssigwaschmittel in Kapseln sind eine der häufigsten Ursachen für Vergiftungen bei Kindern unter fünf Jahren, weil sie weich, bunt und knautschig sind. Beißt ein Kind darauf, gelangt im Nu konzentriertes Mittel in Mund und Augen. Spülmaschinentabs und Klarspüler, Backofenreiniger, Abflussreiniger, Chlorreiniger, Entkalker und starke Desinfektionsmittel sind ätzend oder giftig. Selbst harmlos wirkende Dinge wie Raumduft, ätherische Öle und Handdesinfektion können einem kleinen Kind schaden. Denk deshalb an den ganzen Schrank, nicht nur an die offensichtlichen Gifte.
Hoch aufbewahren und abschließen
Der wirksamste Schritt überhaupt: Putzmittel raus aus den unteren Schränken und rauf auf ein hohes Regal oder in einen abschließbaren Schrank. Unter der Spüle ist es für Erwachsene praktisch und für Kinder perfekt erreichbar. Wenn es nicht anders geht, bau eine Schranksicherung ein. Lass nie eine Flasche Reiniger, ein Sprühmittel oder eine Packung Kapseln auf dem Boden, im Putzeimer oder auf einer niedrigen Fensterbank stehen, während du an die Tür oder ans Telefon gehst. Gerade die Mittel, die beim Putzen draußen stehen, werden am häufigsten erwischt. Stell sie nach jeder Aufgabe sofort zurück.
In der Originalverpackung lassen
Es ist verlockend, Reiniger in eine alte Saftflasche oder eine Sprühflasche ohne Etikett umzufüllen, aber das ist wirklich gefährlich. Ein Kind, oder auch ein müder Erwachsener, kann es für ein Getränk halten, und auf der Originalflasche stehen die Warnhinweise und Hinweise zur Ersten Hilfe, die im Notfall zählen. Originalverpackungen haben meist auch einen kindersicheren Verschluss. Wie bei Medikamenten bremst er ein entschlossenes Kind aber nur, statt es aufzuhalten. Deshalb kommt die Aufbewahrung immer zuerst.
Nie Mittel mischen
Manche Putzmittel werden zusammen viel gefährlicher. Chlorreiniger mit Entkalker, ammoniakhaltigen oder anderen säurehaltigen Mitteln zu mischen, kann giftige Dämpfe freisetzen, die dir genauso schaden wie deinem Kind. Nimm immer nur ein Mittel, halte dich an das Etikett und öffne beim Benutzen starker Reiniger ein Fenster. Halte kleine Kinder aus dem Raum, wenn du mit starken Mitteln putzt, und lass Flächen trocknen und auslüften, bevor dort gespielt wird.
Alltagsgewohnheiten, die das Risiko senken
Gute Putzmittelsicherheit besteht vor allem aus kleinen Routinen. Schraub Deckel ganz zu und dreh Sprühköpfe nach dem Benutzen auf „zu“. Wisch Verschüttetes sofort auf. Halte die Spülmaschinentür geschlossen und leg den Tab erst kurz vor dem Start ein, denn das Fach liegt auf Kinderhöhe. Bewahr Waschmittelkapseln in ihrer Originalbox mit fest geschlossenem Deckel und weit oben auf, weg vom Wäschekorb, an den kleine Hände oft herankommen. Ist eine Flasche leer, spül sie aus und entsorg sie, statt Reste herumstehen zu lassen.
Erklären, wenn dein Kind größer wird
Die Aufbewahrung schützt Babys und Kleinkinder, die Gefahren nicht verstehen. Wird dein Kind älter, kannst du ihm einfach erklären, dass diese Flaschen nicht für Kinder sind und sehr krank machen können. Mach die Mittel nicht geheimnisvoll oder spannend. Leb gute Gewohnheiten vor, indem du aufräumst und nicht mitten im Putzen alles offen stehen lässt. Das hilft, wenn dein Kind auf die Schule zugeht und Zeit in anderen Wohnungen mit anderen Regeln verbringt.
Wann du Hilfe holst
Hat dein Kind ein Putzmittel verschluckt oder in die Augen oder auf die Haut bekommen, handle schnell und ruhig. Beim Verschlucken bringst du es nicht zum Erbrechen, wischst den Mund aus und gibst nur dann kleine Schlucke Wasser oder Milch, wenn man es dir rät. Heb die Verpackung auf und ruf sofort den Giftnotruf oder den Notruf an. Bei Kontakt mit den Augen spülst du das Auge mehrere Minuten sanft unter lauwarmem fließendem Wasser und holst Rat. Bei Kontakt mit der Haut ziehst du verschmutzte Kleidung aus und spülst die Stelle ab. Hol sofort Hilfe, wenn dein Kind schwer atmet, sabbert, Verätzungen im Mund hat, erbricht oder schläfrig oder nicht ansprechbar wird. Weil ätzende Mittel Schäden verursachen können, die nicht gleich sichtbar sind, lohnt sich ein Anruf immer, auch wenn dein Kind gesund wirkt.
Ruhig bleiben
Es geht nicht darum, die Wohnung voller Angst zu putzen. Wenn Putzmittel oben oder hinter einem Schloss wohnen und nach jedem Gebrauch zurückkommen, sinkt das Risiko enorm, und du kannst ganz normal weiterleben. Der Kern ist einfach: Mittel außer Reichweite, in der richtigen Flasche, nie mischen, und wissen, wen du anrufst, wenn etwas schiefgeht. Dann vertragen sich eine blitzblanke Küche und ein sicheres Kleinkind bestens.
Das Wichtigste: Alle Putzmittel hoch oder verschlossen und in der beschrifteten Originalflasche aufbewahren, beim Putzen nie offen stehen lassen und sofort anrufen, wenn dein Kind drangekommen ist.