Umzug mit Kleinkind: Das neue Zuhause kindersicher machen

Ein Umzug ist anstrengend, und wenn die Kartons erst einmal da sind, glaubt man gern, das Schwerste sei geschafft. Aber ein neues Zuhause ist ein unbekannter Grundriss voller Gefahren, die dein Kind noch nie getroffen hat, und die Sicherungen aus der alten Wohnung passen hier vielleicht nicht. Die neue Wohnung verdient einen frischen, bewussten Blick statt der Annahme, dass alles Bisherige einfach mitzieht. Früh anzufangen, bevor dein Kind jede Ecke erkundet hat, ist viel leichter, als später auf einen Schreck zu reagieren.

Das neue Zuhause als unbekanntes Gelände sehen

Dein Kind hat die Gefahren und Grenzen der alten Wohnung über Monate gelernt, und du auch. Im neuen Zuhause hat die Treppe eine andere Form, die Fenster sitzen auf anderer Höhe, und die Küche ist so angeordnet, wie es keiner von euch kennt. Weil alles fremd ist, lohnt es sich, die neue Wohnung so durchzugehen, als wäre sie nie kindersicher gemacht worden, Raum für Raum, statt darauf zu vertrauen, dass sich Gewohnheiten übertragen. Mit diesem frischen Blick findest du die Gefahren, die ein schneller Blick übersehen würde.

Das Gefährlichste zuerst

Wenn du zwischen Kartons stehst, steck deine Kraft dorthin, wo sie am meisten zählt. Bevor dein Kind freien Lauf hat, kümmerst du dich um die großen Risiken:

  • Bau Treppengitter an der neuen Treppe ein und schraub das obere an die Wand, statt dich auf ein Klemmgitter zu verlassen.
  • Befestige hohe Möbel und sichere Fernseher, sobald sie an ihrem neuen Platz stehen.
  • Bring Fenstersicherungen an und prüf, ob Rolloschnüre in der Nähe von Babybett, Betten und Klettermöbeln hängen.
  • Such Chemikalien, Medikamente und Scharfes in Küche und Bad zusammen und sichere sie hoch oder verschlossen.

Wenn das in den ersten Tagen erledigt ist, hast du einen sicheren Kern, während du den Rest in ruhigerem Tempo auspackst.

Achtung vor den Gefahren am Umzugstag

Der Umzug selbst schafft vorübergehende Gefahren, die man leicht übersieht. Offene Haustüren, gestapelte Kartons, Verpackungsmaterial, Werkzeug und kleine Schrauben liegen überall herum, während ihr euch einrichtet. Folie und Plastiktüten sind eine Erstickungsgefahr, Kabel liegen herum, während du Geräte anschließt, und Möbel stehen unbefestigt mitten im Raum. In dieser chaotischen Phase ist es oft am sichersten, dein Kind in einem gesicherten Raum oder bei einem anderen Erwachsenen zu lassen, bis das schlimmste Durcheinander weg ist. Auch diese unordentliche Zwischenzeit gehört dazu, nicht nur das fertige Ergebnis.

Prüfen, was die Vormieter hinterlassen haben

Eine Wohnung, die nicht für Kinder eingerichtet war, kann Gefahren verbergen, mit denen du nicht rechnest. Prüf lose oder wackelige Geländer, niedrige Fenster ohne Sicherung, schwere, nicht befestigte Möbel, die zurückgeblieben sind, und Schränke ohne Sicherungen. Schau dir die Heizung an, offene Kamine oder Öfen und wie heiß das Wasser aus dem Hahn kommt, und stell den Thermostat niedriger, wenn das geht, damit niemand sich verbrüht. Prüf, ob auf jeder Etage Rauchmelder vorhanden sind und funktionieren, und häng in der Nähe jeder Feuerstätte oder Gastherme einen Kohlenmonoxidmelder auf. Mit diesen Checks wird aus einer unbekannten Wohnung eine, die du verstehst.

Gewohnheiten und Ordnung neu aufbauen

Zum Kindersichermachen der neuen Wohnung gehört auch, die Abläufe neu aufzusetzen, die dein Kind vorher geschützt haben. Leg fest, wo Medikamente und Chemikalien wohnen, und bleib dabei, überleg, welche Türen abgeschlossen werden müssen und welche Räume tabu sind, und plan einen neuen Fluchtweg für den neuen Grundriss. Dein Kind wird in dem aufregenden neuen Raum Grenzen testen, und deine Beständigkeit hilft ihm, die neuen Regeln schnell zu lernen. Dieselben festen Gewohnheiten, angepasst an den neuen Grundriss, geben deinem Kind die Sicherheit zu wissen, was es erwartet.

Deinem Kind sicher beim Ankommen helfen

Ein Umzug verunsichert Kinder, und ein ängstliches oder übermüdetes Kind erkundet vielleicht mehr, schläft schlechter oder testet Grenzen stärker als sonst. Pass in den ersten Tagen besonders gut auf, während ihr beide die Räume kennenlernt, und richte den Schlafplatz deines Kindes früh sicher und vertraut ein, damit wenigstens sein Zimmer sich geborgen anfühlt. Wenn du liebevoll über das neue Zuhause sprichst und ihm die sicheren Orte zum Spielen zeigst, kommt es leichter an, während du weiter sicherst.

Wann du schnell handelst

Das meiste nach dem Umzug ist Vorbeugung, aber manches braucht sofortige Aufmerksamkeit. Entdeckst du ein schweres, ungesichertes Möbelstück und dein Kind klettert schon, befestige es noch am selben Tag. Hat ein Fenster keine Sicherung und öffnet sich weit über einem Abgrund, bleibt der Raum tabu, bis es behoben ist. Speicher die Nummer des Giftnotrufs, und wenn dein Kind eine Chemikalie, ein Medikament oder eine Knopfbatterie aus den Kartons geschluckt hat, hol sofort ärztliche Hilfe. Finde heraus, wie du von der neuen Adresse aus zur nächsten Kinderarztpraxis und Notaufnahme kommst.

Ein sicherer Start im neuen Zuhause

Sich in einem neuen Zuhause einzurichten, ist für die ganze Familie eine große Umstellung, und Kindersicherheit gehört dazu, damit es wirklich eures wird. Wenn du die Räume als unbekannt behandelst, die größten Risiken zuerst angehst, das Chaos des Umzugstags im Griff behältst und deine Sicherheitsgewohnheiten um den neuen Grundriss herum neu aufbaust, gibst du deinem Kind einen sicheren Ausgangspunkt für das Abenteuer. Das kostet in einer vollen Zeit ein wenig gezielte Mühe, aber dann können sich alle mit gutem Gefühl in den Neuanfang fallen lassen.

Das Wichtigste: Behandle die neue Wohnung als unbekanntes Gelände: zuerst Treppe, Möbel und Fenster sichern, das Umzugschaos im Griff behalten und deine Sicherheitsgewohnheiten an den neuen Grundriss anpassen.

NHS, Baby and toddler safety

AAP HealthyChildren, Safety and prevention at home