Was der Babysitter über Sicherheit zuhause wissen muss
Dein Kind bei einem Babysitter zu lassen, ob Verwandte, Freundin oder bezahlte Kraft, gehört ganz normal zum Familienleben, und eine kurze, klare Einweisung vorher macht einen riesigen Unterschied, wie sicher und zuversichtlich sich alle fühlen. Ein Babysitter kann dein Kind nicht schützen, wenn er oder sie deine Wohnung, eure Abläufe und das Vorgehen im Notfall nicht kennt. Eine einfache Checkliste vor dem Gehen macht aus einer nervösen Übergabe eine ruhige, für dich, den Babysitter und dein Kind.
Mit Notfällen anfangen
Als Erstes muss jeder Babysitter wissen, was zu tun ist, wenn etwas schiefgeht. Sorg vor dem Gehen dafür, dass er deine Handynummer hat, einen zweiten Kontakt in der Nähe, die Notrufnummer und die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Zeig, wo eure Notfallkarte liegt, und geh durch, was in einer ernsten Situation zu tun ist: bei allem Lebensbedrohlichen zuerst den Notruf, dann dich. Zeig, wo der Haustürschlüssel ist, damit der Rettungsdienst hereinkommt oder man schnell hinauskommt, und stell sicher, dass eure vollständige Adresse bekannt ist, um sie am Telefon durchzugeben.
Die besonderen Bedürfnisse deines Kindes teilen
Jedes Kind ist anders, und ein Babysitter muss deines kennen. Eine gute Checkliste enthält immer die Dinge, die für dich selbstverständlich, für jemand Neues aber unsichtbar sind:
- Allergien oder Erkrankungen und was bei einer Reaktion zu tun ist.
- Medikamente, also was, wie viel und wann, am besten aufgeschrieben.
- Lebensmittel, die tabu sind, und wie du Essen schneidest oder zubereitest, damit sich niemand verschluckt.
- Das übliche Einschlafritual deines Kindes und den sicheren Schlafplatz.
Wenn du das aufschreibst, statt es in der Eile mündlich zu übergeben, wird nichts vergessen, sobald du aus der Tür bist.
Gemeinsam durch die Wohnung gehen
Wer deine Wohnung nicht kennt, kann dein Kind darin nicht schützen. Nimm dir ein paar Minuten für einen Rundgang und zeig, wo was ist und wie es funktioniert. Zeig, wie sich die Treppengitter öffnen und schließen, wo die Sicherung an der Badtür ist und in welchen Schränken Dinge liegen, an die ein Kind nicht darf. Mach klar, welche Räume tabu sind, wo der Verbandskasten liegt und wie die Türschlösser funktionieren. Dieser kurze Rundgang ist das Herz jeder Checkliste, denn er macht aus einem fremden Raum einen, den der Babysitter im Griff hat.
Klare Regeln für riskante Momente
Manche Situationen sind riskanter als andere, also sag deutlich, was du erwartest. Mach klar, dass dein Kind nie allein in der Badewanne bleibt, nicht einmal für einen Moment, und dass das Wasser gleich danach abgelassen wird. Erklär deine Regeln zu Haustür und Straße und dass heiße Getränke weit weg von deinem Kind stehen. Habt ihr einen Pool, Teich oder ein Planschbecken, sag ausdrücklich, dass ständige, enge Aufsicht nötig ist oder der Bereich tabu ist. Diese festen Regeln klar auszusprechen, ist viel freundlicher, als anzunehmen, dass der Babysitter deine Maßstäbe errät.
Bildschirme, Besuch und Unerwartetes
Es hilft, auch die alltäglichen Ermessensfragen vorher zu klären. Sag dem Babysitter, welche Regeln für Bildschirmzeit, Snacks und Schlafenszeit gelten, damit dein Kind niemanden gegeneinander ausspielen kann. Vereinbart, dass niemandem die Tür geöffnet wird, der unerwartet klingelt, und dass er dich anruft, wenn etwas unklar ist oder dein Kind krank wird. Ermutige ihn, das eigene Handy beim Aufpassen wenig zu benutzen, besonders am Wasser, an der Treppe und beim Essen. Ein Babysitter, der weiß, dass du lieber einen Anruf bekommst als ein Raten, trifft sicherere Entscheidungen.
Einen fähigen Babysitter wählen
Sicherheit zuhause hängt auch davon ab, dass der Babysitter der Aufgabe gewachsen ist. Wähl jemanden, der reif und verantwortungsvoll genug für Alter und Bedürfnisse deines Kindes ist, am besten mit etwas Wissen in Erster Hilfe, gerade bei Verschlucken und einfacher Wiederbelebung. Manche Familienbildungsstätten und Hilfsorganisationen bieten eigene Babysitterkurse an. Bei einem jungen oder neuen Babysitter lohnt sich ein Probetermin, während du zuhause bist, damit du siehst, wie er zurechtkommt, und er eure Abläufe kennenlernt. Je fähiger und besser vorbereitet der Babysitter, desto mehr bringt deine Einweisung.
Wann der Babysitter Hilfe holen soll
Sorg dafür, dass dein Babysitter die Warnzeichen kennt, bei denen er ohne Zögern Hilfe ruft. Dazu gehören ein Kind, das sich verschluckt und nicht atmen kann, das schwer atmet, nicht ansprechbar oder sehr schläfrig ist, sich schwer verbrannt hat, schlimm gestürzt ist oder vielleicht ein Medikament, eine Chemikalie oder eine Knopfbatterie geschluckt hat. Sag klar, dass bei allem Ernsten zuerst der Notruf kommt und dann du, und dass du immer lieber eine Überreaktion hast als ein Abwarten. Versichere ihm, dass schnell Hilfe zu holen genau das ist, was du willst.
Eine sichere Übergabe
Ein paar Minuten Vorbereitung verändern, wie ein Babysitterabend läuft. Wenn der Babysitter eure Notfälle, die Bedürfnisse deines Kindes, die Wohnung und die Regeln kennt, kann er sich entspannt um dein Kind kümmern, und dein Kind spürt die Ruhe eines sicheren Erwachsenen. Wenn du die Checkliste jedes Mal durchgehst, auch nur kurz, haben alle die Sicherheit eines gemeinsamen Plans, und du kannst gehen in dem Wissen, dass dein Kind in sicheren, gut eingewiesenen Händen ist.
Das Wichtigste: Geh vor dem Gehen die Checkliste durch: Notfallkontakte und Adresse, Allergien und Medikamente deines Kindes, ein Rundgang durch die Wohnung und klare Regeln für Baden, Türen, Wasser und Bildschirme.