Kitastart mit mehreren Bezugspersonen: Alle an einem Strang

Viele Kinder werden liebevoll von einem ganzen Team großgezogen: zwei Eltern, Großeltern, die beim Bringen helfen, eine Tagesmutter, eine Tante, die nachmittags abholt. Dieses Netz ist ein Geschenk, macht die Vorbereitung auf die Kita aber etwas aufwendiger, denn ein kleines Kind kommt am schnellsten an, wenn alle Erwachsenen um es herum an einem Strang ziehen. Es geht vor allem um Abstimmung, damit dein Kind eine einzige, verlässliche Botschaft hört statt mehrerer leicht verschiedener.

Warum Einheitlichkeit für ein kleines Kind so wichtig ist

Kleine Kinder verstehen die Welt über Wiederholung und Vorhersehbarkeit. Verabschiedet sich eine Person lang und tränenreich, schleicht sich die nächste davon und spricht eine dritte von der Kita wie von etwas Unheimlichem, bekommt dein Kind widersprüchliche Signale, ob dieser Ort sicher ist. Wenn sich die Erwachsenen abstimmen, hört dein Kind eine stimmige Geschichte: Die Kita ist ein guter Ort, Abschiede sind kurz und warm, und es kommt immer jemand wieder. Genau diese Stimmigkeit ist das Herz einer guten Vorbereitung.

Den Abschied gemeinsam festlegen

Beim Abgeben zeigen sich Unterschiede am stärksten. Setzt euch mit allen zusammen, die dein Kind bringen könnten, und vereinbart einen einfachen, gemeinsamen Abschied: eine Umarmung, ein vertrauter Satz, die Übergabe an die Bezugserzieherin und ein sicheres Gehen. Wer an diesem Morgen dran ist, macht es genauso. Die Absprache, dass sich niemand unbemerkt davonschleicht und Abschiede auch unter Tränen kurz bleiben, erspart deinem Kind die Verwirrung, nie zu wissen, welche Art von Abschied es erwartet.

Den praktischen Ablauf aufschreiben

Wenn sich mehrere Personen das Bringen und Abholen teilen, rutschen Einzelheiten durch, solange sie nicht aufgeschrieben sind. Eine gemeinsame Notiz, am Kühlschrank oder in der Familiengruppe im Messenger, hält alle auf demselben Stand: wann das Bringen ist, was eingepackt wird, welches Kuscheltier mitreist, was die Kita zu Schlaf und Essen wissen muss und wer abholt. Das ist keine Bürokratie, sondern verhindert, dass dein Kind ohne sein Kuscheltuch ankommt oder von jemandem abgeholt wird, mit dem die Kita nicht rechnet.

Eine feste Ansprechperson für die Kita

Kitas kommen damit am besten zurecht, wenn sie wissen, mit wem sie sprechen. Legt fest, wer die wichtigste Ansprechperson für die Bezugserzieherin ist, wer die täglichen Rückmeldungen bekommt und wie Informationen an die anderen weitergehen. Sorg dafür, dass die Kita die Daten und eine schriftliche Abholvollmacht für alle hat, die dein Kind abholen dürfen, und haltet euch an das Verfahren, mit dem die Kita Abholberechtigte erkennt. Diese Klarheit schützt dein Kind und erspart den Erzieherinnen das Rätselraten, wer wer ist.

Eine gemeinsame Geschichte für dein Kind

Kinder richten sich nach den Worten der Erwachsenen genauso wie nach ihrem Handeln. Sprecht ungefähr ab, wie ihr alle über die Kita redet: fröhlich, ehrlich und einfach, mit den schönen Seiten und der Zusicherung, dass dein Kind abgeholt wird. Sorgt sich eine Bezugsperson offen wegen der Trennung, während eine andere ganz locker ist, spürt dein Kind die Spannung. Das heißt nicht, dass jemand seine Gefühle ganz verstecken muss, nur dass die gemeinsame Botschaft an das Kind ruhig und zuversichtlich bleibt.

Das Wissen aller über dein Kind nutzen

Ein Vorteil vieler Bezugspersonen ist, dass ihr zusammen ein reiches Bild von deinem Kind habt. Tragt zusammen, was jede und jeder über seine Tröster, Ängste, Schlafsignale und Lieblingsdinge weiß, und gebt eine einzige, abgestimmte Fassung an die Bezugserzieherin weiter. Großeltern kennen vielleicht Beruhigungstricks, die die Eltern vergessen haben, und eine Tagesmutter hat vielleicht gesehen, wie dein Kind mit anderen Kindern umgeht. Zusammengenommen geben diese Einblicke der Kita vom ersten Tag an das bestmögliche Verständnis deines Kindes.

Den Alltag in allen Haushalten ruhig halten

Pendelt dein Kind zwischen Haushalten, etwa zwischen getrennten Eltern oder mit einigen Nächten bei den Großeltern, versucht, den Ablauf rund um die Kita überall ähnlich zu halten. Gleiche Schlafenszeiten, ein Kuscheltier, das mitreist, und derselbe ruhige Morgen, egal wo dein Kind aufwacht, helfen ihm, den Kitastart zu bewältigen. Wenn das Zuhause ohnehin wechselt, wird der vertraute Kitaablauf umso wertvoller, also schützt ihn gemeinsam.

Euch gegenseitig durch die Wackler tragen

Der Kitastart kann auch für die Erwachsenen emotional sein, und verschiedene Bezugspersonen erleben ihn unterschiedlich. Eine fühlt sich schuldig, eine andere erleichtert, eine dritte ist besorgt. Wenn ihr offen untereinander darüber sprecht, nicht vor dem Kind, könnt ihr euch gegenseitig stützen und beim Abgeben ein einiges, ruhiges Gesicht zeigen. Ein Kind kommt schneller an, wenn sich das ganze Team sicher fühlt, und deshalb gehört es zur Vorbereitung, auch für die Großen zu sorgen.

Wann du dir mehr Unterstützung holst

Ein paar Tränen und etwas Klammern in den ersten Wochen sind normal. Sprich mit der Bezugserzieherin oder der Kinderarztpraxis, wenn starker Kummer nach mehreren Wochen nicht nachlässt, wenn dein Kind eher verängstigt als traurig wirkt, sich zurückzieht, Fähigkeiten verliert, die es schon hatte, oder wenn Schlafen und Essen über lange Zeit stark gestört sind. Scheint die Schwierigkeit mit Unterschieden zwischen den Bezugspersonen zusammenzuhängen, schaut euch euren gemeinsamen Plan noch einmal an, denn ihn zu straffen, hilft oft.

Das Wichtigste: Vereinbart einen Abschied, einen schriftlichen Ablauf und eine ruhige Geschichte über die Kita, damit dein Kind von allen Bezugspersonen dieselbe Botschaft hört.

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