Instrumente basteln mit Kindern, sicher und mit Aufsicht

Eine Rassel aus einer Flasche oder eine Trommel aus einem Kochtopf zu machen gehört zum Günstigsten und Fröhlichsten, was du mit einem kleinen Kind tun kannst. Aus dem Wertstoffsack wird eine Band. Weil bei solchen Bastelideen aber oft kleine Füllungen, lautes Trommeln und begeisterte Münder im Spiel sind, gehören Basteln und Sicherheit hier von Anfang an zusammen. Mit ein wenig Sorgfalt bekommst du den ganzen Spaß und keine Sorgen.

Die Regel zum Verschlucken kommt zuerst

Alles, was durch eine Klopapierrolle passt, ist klein genug, dass ein kleines Kind daran ersticken kann, und das ist das Wichtigste überhaupt. Reis, trockene Bohnen, Perlen und Knöpfe klingen in einer Rassel wunderbar, sind aber genau die Art kleiner Dinge, die Schaden anrichten, wenn ein Behälter aufgeht. Besonders bei Kindern unter drei Jahren gilt jede Füllung als Gefahr, solange sie nicht vollständig und dauerhaft verschlossen ist. Im Zweifel nimm eine größere Füllung oder verschließ den Behälter so gründlich, dass ihn kein noch so wildes Schütteln öffnet.

Rasseln richtig verschließen

Eine Rassel ist nur sicher, wenn sie in eifrigen Händen nicht auseinandergehen kann.

  • Nimm eine stabile Plastikflasche mit Schraubverschluss, keinen Deckel zum Aufschnappen.
  • Füll sie nur zu einem Drittel, dann rasselt sie gut und der Deckel hält.
  • Kleb den Deckel fest und umwickle die Naht danach fest mit Klebeband.
  • Prüf den Verschluss vor jedem Spielen, denn Kleber und Klebeband nutzen sich ab.

Auch eine gut verschlossene Rassel verdient jedes Mal einen kurzen Blick, und zwischen den Runden kommt sie weg statt in die Spielzeugkiste, wo ein Kind unbeaufsichtigt am Deckel herumfummeln könnte. Diese Gewohnheit ist der Kern der Sicherheit im Alltag.

Kleine Ohren schützen

Das andere leise Risiko ist Lärm. Das Gehör von Kindern ist empfindlicher als das von Erwachsenen, und ein Metalltopf, kräftig direkt neben dem Gesicht geschlagen, oder eine Trillerpfeife mit voller Kraft können wirklich zu laut sein. Ein Messgerät brauchst du nicht, nur gesunden Menschenverstand: Wenn du zusammenzuckst, ist es für dein Kind zu laut. Nimm weichere Schlägel, einen Holzlöffel statt Metall und trommle weg von den Ohren. Meide alles, was absichtlich schrill laut ist, und wird das Spiel ohrenbetäubend, lenk sanft zu einem leiseren Instrument über.

Einfache, sichere Instrumente

Viele selbstgebaute Instrumente lassen sich leicht sicher machen. Ein Kochtopf und ein Holzlöffel ergeben eine prima Trommel. Eine Papprolle wird zum sanften Horn zum Hineinsummen. Eine Spülschüssel mit Wasser lädt zu plätschernden Rhythmen ein. Eine leere Taschentuchbox mit ein paar dicken, gut befestigten Gummibändern wird zur leisen Gitarre. Holzlöffel, die man aneinanderklopft, oder zwei Topfdeckel als einfache Becken kosten nichts. Wähle Material ohne scharfe Kanten, ohne Heftklammern, die sich lösen, und ohne Kleinteile, die man abreißen und verschlucken kann.

Aufsicht ist die eigentliche Sicherung

Kein Instrument ist völlig kindersicher, darum bist du die wichtigste Zutat. Musizieren mit selbstgebauten Instrumenten ist etwas für zusammen und nichts, was du einem Kleinkind in die Hand drückst, während du den Raum verlässt. Bleibst du in der Nähe, bemerkst du, wenn sich ein Deckel lockert, das Klebeband sich löst oder eine Rassel Richtung Mund wandert. Außerdem wird das Spiel besser, denn Rhythmusspiele machen mit jemandem zusammen mehr Spaß. Seid ihr fertig, sammle die Instrumente ein und bewahre sie bis zum nächsten Mal außer Reichweite auf.

Das Instrument passend zum Alter

Ein Baby kann eine weiche, verschlossene Rassel halten und den Klang genießen, aber alles, was es anfasst, wandert sofort in den Mund. Seine Instrumente müssen also groß, unzerbrechlich und für den Mund unbedenklich sein. Ein Kleinkind trommelt und rasselt schon kontrollierter, braucht aber trotzdem verschlossene Füllungen und genaues Hinschauen. Ein Kindergartenkind kann beim Bauen helfen, schon das ist eine schöne Beschäftigung, während du Kleber, Schere und alles Scharfe übernimmst. Passt du alles ans Alter an, bleibt es sicher und befriedigend.

Wann du Hilfe holst

Verschlucken ist der Notfall, auf den du vorbereitet sein solltest. Verschluckt sich ein Kind und kann nicht weinen, husten oder atmen, ist das ein medizinischer Notfall, der sofort Erste Hilfe und den Notruf braucht. Es lohnt sich sehr, vor solchen Bastelideen einen Kurs in Erster Hilfe für Babys und Kinder zu besuchen, damit du dich vorbereitet fühlst. Unabhängig davon gilt: Bemerkst du jemals, dass dein Kind nicht auf Geräusche zu reagieren scheint, alles laut stellt oder bei Lärm nicht zusammenzuckt, sprich es bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung an. Ein einfacher Hörtest ist leicht zu vereinbaren.

Die Freude im Mittelpunkt

Nichts davon soll das Musizieren mit selbstgebauten Instrumenten anstrengend machen. Die Vorsichtsmaßnahmen werden schnell selbstverständlich: verschließen, nicht zu laut, in der Nähe bleiben, wegräumen. Dann schenkt eine Flasche Reis oder ein umgedrehter Topf stundenlang Rhythmus, Lachen und gemeinsames Erfinden. Sicheres Musizieren ist einfach achtsames Spielen, und achtsames Spielen lässt den Spaß weitergehen.

Das Wichtigste: Selbstgebaute Instrumente und Sicherheit gehören zusammen: Füllungen gegen Verschlucken verschließen, die Lautstärke freundlich für kleine Ohren halten und immer dabeibleiben.

NHS, How to stop a child choking

WHO, Deafness and hearing loss