Zähneputzen bei Kleinkindern: Ohne Drama zur Gewohnheit

Zähneputzen ist eine dieser kleinen täglichen Aufgaben, bei denen erstaunlich viel auf dem Spiel steht und erstaunlich viel Drama passiert. Viele kleine Kinder pressen den Mund zu, winden sich weg oder brechen in Tränen aus, und wenn alle müde sind, ist die Versuchung groß, aufzugeben. Ziel ist aber keine perfekte Vorstellung zweimal am Tag, sondern eine Gewohnheit, die so normal ist, dass dein Kind gar nicht mehr infrage stellt, ob sie stattfindet.

Warum es wichtig ist, kurz gesagt

Milchzähne halten den Platz für die bleibenden Zähne frei und sind wichtig fürs Essen und Sprechen, und Karies ist häufig, aber weitgehend vermeidbar. Die Gesundheitsempfehlungen sind klar: zweimal am Tag putzen, als Letztes vor dem Schlafengehen und einmal zu einer anderen Zeit, mit fluoridhaltiger Zahnpasta, ab dem ersten Zahn. Wer den Grund kennt, bleibt an Abenden, an denen man lieber nachgeben würde, freundlich bei der Linie.

An etwas knüpfen, das sowieso passiert

Am leichtesten wird Zähneputzen zur Gewohnheit, wenn du es an einen Schritt hängst, der schon feststeht. Direkt nach dem Schlafanzug oder gleich vor der Gutenachtgeschichte putzen heißt, dass es kein eigenes Ereignis mehr ist, über das man streitet, sondern einfach „das kommt als Nächstes“. Kinder wehren sich viel weniger gegen eine Aufgabe, die fester Teil einer Abfolge ist, als gegen eine, die wie eine neue Forderung aus dem Nichts auftaucht. Gleiche Zeit, gleiche Reihenfolge, jeden Tag: So wird es zur Gewohnheit.

Die Technik einfach und richtig halten

Du brauchst nichts Besonderes. Nimm eine kleine, weiche Bürste und für Kinder unter drei Jahren nur einen Hauch fluoridhaltiger Zahnpasta, für ältere Kinder eine erbsengroße Menge, so wie es auf der Tube steht. Putz alle Flächen etwa zwei Minuten lang sanft und ermutige dein Kind dann, auszuspucken, aber nicht nachzuspülen, damit etwas Fluorid auf den Zähnen bleibt. Kleinen Kindern fehlt das Geschick, selbst gut zu putzen, deshalb putzt du für sie oder putzt nach, bis etwa zum Alter von sieben Jahren.

Erst darf dein Kind, dann putzt du nach

Das Tauziehen kommt oft daher, dass ein Kind die Kontrolle will. Komm diesem Bedürfnis entgegen, ohne die Aufgabe abzugeben: Lass es zuerst selbst putzen, „Erst du, dann ich“, und putz immer selbst gründlich nach. Eine Sanduhr, ein Zahnputzlied von zwei Minuten oder eine Zahnputzapp geben ein klares Ende, damit es sich nicht endlos anfühlt. Wenn dein Kind die Farbe der Bürste oder den Geschmack der Zahnpasta aussuchen darf, bekommt es ein harmloses Stück Mitbestimmung, das echte Kooperation bringt.

Eine bequeme Haltung finden

Ein zappelndes, stehendes Kleinkind von vorn zu putzen, ist für beide schwer. Viele Eltern finden es leichter, das Kind mit dem Rücken zu sich auf den Schoß zu setzen oder es sanft mit gestütztem Kopf hinzulegen, damit sie in den Mund sehen und jede Fläche erreichen. Bei einem Kind, das sich wehrt, hilft es, wenn es auf dem Boden oder Bett liegt und du von oben putzt. So siehst du gut und kannst den Kopf liebevoll stützen. Bequem und gut beleuchtet schlägt jedes Ringkampfgefühl.

Spiel statt Druck

Mit einer leichten Hand bleibt die Stimmung gut. Jagt die „Zuckermonster“, die ihr vertreibt, zählt beim Putzen die Zähne oder lass das Lieblingskuscheltier zuerst die Zähne geputzt bekommen. Manche Kinder mögen einen Spiegel, um zuzuschauen, andere ein vertrautes Lied, das genau zwei Minuten dauert. Halte Spiele sanft. Sobald Zähneputzen ein echter Kampf wird, verfliegt der Spaß, also lieber ruhig und schnell als jeden Abend eine große Vorstellung.

Die Grenze freundlich halten

Zähneputzen gehört zu den wenigen Dingen, die wirklich nicht verhandelbar sind, wie der Kindersitz und das Händchenhalten an der Straße. Das heißt nicht, es wütend zu erzwingen, sondern es als ruhige Gewissheit zu behandeln. „Vor der Geschichte putzen wir immer Zähne“, sachlich gesagt, mit einer Wahl beim Wie statt beim Ob, klappt meist besser als Bitten. An den härtesten Abenden lohnt sich auch ein schnelles, unvollkommenes Putzen. Etwas ist viel besser als nichts.

Wann du zahnärztlichen Rat holst

Neben der täglichen Gewohnheit gehst du schon früh mit deinem Kind zur Zahnarztpraxis, am besten bis zum ersten Geburtstag, und dann regelmäßig zur Kontrolle. In Deutschland übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen für kleine Kinder. Geh früher hin, wenn du weiße, braune oder schwarze Stellen an den Zähnen bemerkst, das Zahnfleisch blutet oder geschwollen ist, dein Kind dauerhaft Mundgeruch hat, über Zahnschmerzen klagt oder nicht essen mag. Früher Rat kann verhindern, dass aus einem kleinen Problem ein schmerzhaftes wird, und in der Zahnarztpraxis bekommst du auch Ideen, wie das Putzen bei einem sehr widerwilligen Kind leichter wird.

Der lange Blick

Es wird Abende geben, an denen das Putzen schnell und fröhlich geht, und Abende, an denen es ein Gerangel ist, und beides ist normal. Was die Zähne deines Kindes schützt, ist das Muster über Monate, nicht ein einzelner Abend. Knüpf das Putzen an einen festen Punkt im Tag, halte den Ton ruhig und die Technik richtig und lass die Wiederholung den Rest machen. Dann wird Zähneputzen so selbstverständlich, dass dein Kind eines Tages von selbst zur Bürste greift.

Das Wichtigste: Knüpf das Zähneputzen an einen festen Schritt im Tag, halte es ruhig und richtig und lass die tägliche Wiederholung aus dem Abendkampf eine ganz normale Gewohnheit machen.

NHS, Children's teeth and how to brush them

AAP HealthyChildren, Brushing Up on Oral Health