Kleinkind auf die Kita vorbereiten: So gelingt der Start

Etwas Neues anzufangen, ist für einen kleinen Menschen ein großer Schritt, und die Wochen vor dem ersten Tag zählen genauso viel wie der Tag selbst. Bei der Vorbereitung geht es nicht darum, jeden Wackler zu verhindern. Du hilfst deinem Kind, ein Gefühl dafür zu bekommen, dass neue Orte sicher sein können, dass du immer wiederkommst und dass auch andere vertraute Erwachsene gut für es sorgen.

Warum die Zeit davor so wichtig ist

Kleinkinder verstehen die Welt über Abläufe und Vertrautes. Ein neuer Raum voller fremder Gesichter, Geräusche und Gerüche ist viel auf einmal. Wenn dein Kind immer wieder kleine Kostproben bekommt, kann sein Gehirn das Kommende schon proben, und das Echte fühlt sich weniger wie eine Überraschung an. Kinder, die Zeit zum Warmwerden hatten, kommen meist schneller an als solche, die ins kalte Wasser geworfen werden, auch wenn jedes Kind sein eigenes Tempo hat.

Mit Schnupperbesuchen anfangen

Bietet die Kita Schnupperstunden oder Besuche vor der Eingewöhnung an, nimm sie wahr. Schon ein oder zwei kurze Besuche, bei denen du in der Nähe bleibst, helfen deinem Kind, den Raum zu erfassen: wo die Spielsachen sind, wo gegessen wird, welcher Erwachsene es anlächelt. Lass dein Kleinkind bei diesen Besuchen erkunden, statt die ganze Zeit auf deinem Schoß zu sitzen. Du kannst ruhig und erreichbar bleiben und dabei still zeigen, dass dieser Ort für dich in Ordnung ist.

Sprich vor deinem Kind freundlich mit der Bezugserzieherin. Kleinkinder leihen sich ihr Gefühl von Sicherheit bei dir. Wenn sie sehen, dass du entspannt und freundlich mit einer Erzieherin umgehst, ist das ein starkes Zeichen, dass man dieser Person vertrauen kann.

Sprich darüber, einfach und ehrlich

Eine große Rede brauchst du nicht. Kurze, fröhliche Sätze, über mehrere Tage wiederholt, wirken am besten.

  • „Morgen spielst du in deiner neuen Kita mit den Spielsachen und den anderen Kindern.“
  • „Mama oder Papa kommt dich immer wieder abholen.“
  • „Es gibt ein Frühstück, und du machst Mittagsschlaf in deinem kleinen Bett.“

Mach es nicht zum großen Abenteuer, sonst ist dein Kind verwirrt, wenn sich der erste Tag schwer anfühlt. Ehrlich und warm ist besser als strahlend und unter Druck. Ein Bilderbuch über den Kitastart oder ein Rollenspiel, bei dem die Kuscheltiere „in die Kita gehen“, hilft Kleinkindern, das Ganze im Spiel zu verarbeiten.

Das Praktische zuhause üben

Viel Stress in den ersten Tagen ist schlicht Organisation. Du kannst ihn abfedern, indem ihr übt:

  • Kleine Trennungen. Lass dein Kind für kurze Zeit bei Oma, Opa oder einer Freundin, damit Getrenntsein und Wiedersehen vertraut und sicher werden.
  • Selbstständigkeit. Übt sanft Händewaschen, aus dem Becher trinken, Schuhe anziehen und um Hilfe bitten, damit sich dein Kind in der Gruppe etwas fähiger fühlt.
  • Die Form des Tages. Rück Essenszeiten und Schlafenszeiten ein oder zwei Wochen vorher näher an den Kitaplan, damit der Tag nicht mit einer hungrigen oder übermüdeten inneren Uhr kollidiert.

Nichts davon muss perfekt sein. Es geht um Wohlgefühl, nicht um einen Test, ob dein Kind bereit ist.

Ein Stück Zuhause mitgeben

Ein vertrautes Kuscheltier, ein kleines Familienfoto oder ein Spucktuch, das nach zuhause riecht, kann eine Brücke zwischen dir und dem neuen Raum sein. Frag vorher, was in der Kita erlaubt ist, und lass dein Kind den Gegenstand möglichst selbst aussuchen. Etwas von zuhause festzuhalten, hilft einem Kleinkind, das Gefühl von dir festzuhalten, wenn du nicht da bist.

Erst Schlaf und Essen in Ordnung bringen

Ein ausgeschlafenes, satt gegessenes Kleinkind kommt mit Veränderungen viel besser zurecht als ein erschöpftes, hungriges. Schütz in den zwei Wochen vor dem Start den Mittagsschlaf, halte die Schlafenszeiten stabil und biete vertraute Frühstücke an. Neue Umgebungen sind anstrengend, und ein voller Tank an Schlaf und Essen gibt deinem Kind mehr Reserven.

Kümmer dich auch um deine eigenen Gefühle

Dein Kleinkind spürt deine Stimmung ganz genau. Wenn dir vor dem Abgeben graut, merkt es das. Das heißt nicht, dass du deine Gefühle verstecken sollst, nur dass du sie so steuerst, dass dein Kind sie nicht tragen muss. Es ist völlig normal, bei diesem Schritt hin und her gerissen, schuldbewusst oder den Tränen nah zu sein. Sprich mit deinem Partner, deiner Partnerin oder einer Freundin darüber und erinnere dich daran, dass verlässliche, liebevolle Trennungen mit einem sicheren Wiedersehen der Entwicklung von Kindern wirklich guttun.

Gib dem Ankommen Zeit

Die meisten Kleinkinder kommen nicht an einem Tag an. Rechne mit einer holprigen Phase von ein oder zwei Wochen, manchmal länger, mit Tränen beim Abgeben, Klammern zuhause und unruhigem Schlaf. Das ist dein Kind, das sich umstellt, kein Zeichen einer falschen Entscheidung. Halte in den ersten Tagen engen Kontakt zur Bezugserzieherin und frag, wie es deinem Kind geht, wenn du weg bist, denn viele Kleinkinder weinen ein paar Minuten und spielen dann fröhlich mit.

Wann du dir etwas mehr Unterstützung holst

Wackler bei der Eingewöhnung sind zu erwarten. Sprich aber mit der Kita oder der Kinderarztpraxis, wenn dein Kind nach mehreren Wochen immer noch den ganzen Tag stark verzweifelt ist, dort nicht isst oder trinkt, Fähigkeiten zu verlieren scheint, die es schon sicher konnte, oder seine Stimmung oder sein Verhalten sich plötzlich ändert, ohne dass du es dir erklären kannst. Das verdient ein ruhiges Gespräch, keine Aufregung.

Das Wichtigste: Schaff mit Besuchen, ehrlichen Worten und festen Abläufen langsam Vertrautheit und vertrau darauf, dass verlässliche Abschiede und ein sicheres Wiedersehen deinem Kind Sicherheit geben.

NHS, Separation anxiety

HealthyChildren.org (AAP), Building Adjustment to Child Care